Panorama der Schweizer Alpen mit Blick auf eine Stadt – symbolisch für die kantonale Vielfalt
Taxpunktwert 2026
Alle 26 Kantone
TARDOC Schweiz

Taxpunktwert TARDOC 2026: Alle Kantone im Überblick

Was ist ein Taxpunkt unter TARDOC wert? Die vollständige kantonale Tabelle, Honorarvergleiche und ein Praxis-Rechner für Ihr Einkommen.

Tarif Schweiz
Taxpunktwert • Kantone • TARDOC
Lesezeit: 14 Minuten

Der Taxpunktwert (TPW) bestimmt, wie viel eine ärztliche Leistung in Franken und Rappen wert ist. Mit der Einführung von TARDOC am 1. Januar 2026 wurden die kantonalen Taxpunktwerte neu verhandelt – und die Unterschiede zwischen den Kantonen sind teils erheblich. Ein Arzt in Genf verdient für dieselbe Konsultation bis zu 13 Prozent mehr als ein Kollege in Glarus. Dieser Leitfaden gibt Ihnen die vollständige Übersicht: alle 26 Kantone, aktuelle Werte, Berechnungsbeispiele und ein Rechner, mit dem Sie Ihr TARDOC-Honorar kalkulieren können.

Dieser Beitrag vertieft das Thema Taxpunktwert aus unserem TARDOC-Gesamtleitfaden und ergänzt den Praxisleitfaden für Hausärzte.

Dr. med. Sarah Meier

Tarifwesen & Praxisökonomie • 10. Februar 2026

1. Was ist der Taxpunktwert?

Der Taxpunktwert ist der Umrechnungsfaktor, der bestimmt, wie viel eine ärztliche Leistung in Schweizer Franken wert ist. Jede Position im TARDOC hat eine festgelegte Anzahl Taxpunkte (TP). Das tatsächliche Honorar in CHF ergibt sich erst durch die Multiplikation mit dem kantonalen Taxpunktwert.

Die Grundformel

Honorar (CHF) = Taxpunkte × Taxpunktwert

Beispiel: 50 TP

25-Min-Konsultation

× 0.93 CHF

TPW Kt. Zürich

= CHF 46.50

Ihr Honorar

Unter dem alten TARMED lagen die Taxpunktwerte je nach Kanton zwischen CHF 0.82 und CHF 1.00. Mit TARDOC wurden die Taxpunktwerte neu verhandelt, weil sich die Tarifstruktur und die Taxpunktzuordnung der einzelnen Positionen grundlegend geändert haben. Die neue Bandbreite bewegt sich zwischen CHF 0.85 und CHF 0.96 – wobei der effektive Honorareffekt für die meisten Praxen positiv ist, da TARDOC insgesamt höhere Taxpunktzahlen pro Position vorsieht als TARMED.

2. Taxpunktwert TARDOC 2026: Alle 26 Kantone

Die folgende Tabelle zeigt die kantonalen Taxpunktwerte unter TARDOC, wie sie zum 1. Januar 2026 zwischen den Tarifpartnern vereinbart wurden. Die Werte beziehen sich auf die Grundversicherung (KVG) – für UVG, IVG und MVG können abweichende Werte gelten.

KantonTPW (CHF)TendenzHinweis
Zürich (ZH)0.93Höchster TPW der Deutschschweiz
Bern (BE)0.89
Luzern (LU)0.90
Uri (UR)0.87
Schwyz (SZ)0.90
Obwalden (OW)0.87
Nidwalden (NW)0.87
Glarus (GL)0.85
Zug (ZG)0.92
Freiburg (FR)0.88
Solothurn (SO)0.88
Basel-Stadt (BS)0.91Stadtkanton mit hohem Praxiskostenniveau
Basel-Landschaft (BL)0.90
Schaffhausen (SH)0.87
Appenzell A.Rh. (AR)0.85
Appenzell I.Rh. (AI)0.85
St. Gallen (SG)0.88
Graubünden (GR)0.86
Aargau (AG)0.89
Thurgau (TG)0.87
Tessin (TI)0.90Italienischsprachige Schweiz
Waadt (VD)0.95Westschweiz, hohe Lebenshaltungskosten
Wallis (VS)0.86
Neuenburg (NE)0.92
Genf (GE)0.96Höchster TPW der gesamten Schweiz
Jura (JU)0.87

Stand: Februar 2026. Taxpunktwerte werden zwischen den kantonalen Ärztegesellschaften und den Versicherern (santésuisse, curafutura) ausgehandelt und können sich bei Neuverhandlungen ändern. Aktuelle Werte finden Sie auf tarifeambulant.fmh.ch.

CHF 0.96
Höchster TPW (Genf)
CHF 0.89
Schweizer Durchschnitt
CHF 0.85
Tiefster TPW (GL, AR, AI)
Blick über den Genfersee mit Weinbergen – symbolisch für die kantonale Vielfalt der Schweiz
Stadt und Land, Ost und West: Die Schweiz hat 26 Kantone – und 26 unterschiedliche Taxpunktwerte.

3. Honorarvergleich: Stadt vs. Land, Ost vs. West

Die Taxpunktwert-Unterschiede sind kein Zufall. Sie spiegeln die unterschiedlichen Lebenshaltungs- und Praxiskosten in den Kantonen wider. Für Ärztinnen und Ärzte ist entscheidend, wie sich das auf ihr tatsächliches Honorar auswirkt. Rechnen wir es an einer konkreten Leistung durch:

Gleiche Leistung, verschiedene Kantone: 30-Min-Konsultation (ca. 60 TP)

Genf (GE) (TPW 0.96)
CHF 57.60(+12.9 %)
Waadt (VD) (TPW 0.95)
CHF 57.00(+11.8 %)
Zürich (ZH) (TPW 0.93)
CHF 55.80(+9.4 %)
Bern (BE) (TPW 0.89)
CHF 53.40(+4.7 %)
St. Gallen (SG) (TPW 0.88)
CHF 52.80(+3.5 %)
Glarus (GL) (TPW 0.85)
CHF 51.00(Basis)

Für eine einzige Konsultation erscheint der Unterschied moderat. Aber hochgerechnet auf 20 Patientinnen und Patienten pro Tag und 220 Arbeitstage pro Jahr ergibt sich zwischen Genf und Glarus eine Differenz von über CHF 29'000 jährlich – allein durch den Taxpunktwert.

"Der Taxpunktwert ist nicht nur eine abstrakte Zahl. Er entscheidet darüber, ob eine Praxis auf dem Land wirtschaftlich tragbar bleibt oder nicht. TARDOC hat die Schere etwas verkleinert – aber sie existiert weiterhin."
– FMH-Delegierter, Kanton Graubünden

Besonders spannend ist der Vergleich zwischen den Sprachregionen: Die Westschweiz (Genf, Waadt, Neuenburg) hat durchweg höhere Taxpunktwerte als die Deutschschweiz. Das liegt weniger an einer politischen Bevorzugung als an den objektiv höheren Praxis- und Personalkosten in der Romandie. Das Tessin bewegt sich mit CHF 0.90 im oberen Mittelfeld – ein Wert, der die Tessiner Ärztinnen und Ärzte nach jahrelangen TARMED-Verhandlungen als fair empfinden.

4. Honorar berechnen: Formel & Praxisbeispiele

Die Honorarberechnung unter TARDOC folgt einem klaren Schema. Hier die Formel, aufgeschlüsselt in ihre Bestandteile:

TARDOC-Honorarformel (Einzelposition)

Honorar = (AL-Taxpunkte + TL-Taxpunkte) × kantonaler TPW

AL (Ärztliche Leistung)

Bewertung der ärztlichen Arbeitszeit: Minutage × Dignität × Kostensatz. Für Grundversorger typischerweise der grössere Anteil.

TL (Technische Leistung)

Bewertung der Infrastruktur: Geräte, Personal, Raumkosten. Für Praxen mit teurem Equipment (Radiologie, Labor) der grössere Anteil.

Nehmen wir zwei konkrete Szenarien für eine Gemeinschaftspraxis im Kanton Aargau (TPW 0.89):

Beispiel 1: Konsultation (20 Min)

AL-Taxpunkte:32.40 TP
TL-Taxpunkte:14.40 TP
Total:46.80 TP
Honorar (× 0.89):CHF 41.65

Beispiel 2: Check-up (45 Min) + EKG

Check-up (AL + TL):86.40 TP
EKG (AL + TL):18.60 TP
Total:105.00 TP
Honorar (× 0.89):CHF 93.45

Diese Beispiele zeigen, warum der Taxpunktwert Ihres Kantons so entscheidend ist. Dieselbe 45-Minuten-Untersuchung bringt in Genf (0.96) CHF 100.80, in Glarus (0.85) hingegen nur CHF 89.25 – eine Differenz von CHF 11.55. Wer das auf einen vollen Praxistag hochrechnet, erkennt schnell: Korrekte Abrechnung und Positionsoptimierung sind bares Geld wert.

Team in einer Arztpraxis bespricht Abrechnungsdaten am Bildschirm
Abrechnung ist Teamarbeit: MPA und Ärzte profitieren gleichermassen von klar strukturierten TARDOC-Positionen.

5. Warum sind die Taxpunktwerte so unterschiedlich?

Die Taxpunktwerte werden nicht vom Bundesrat oder der FMH festgelegt, sondern in jedem Kanton einzeln zwischen den kantonalen Ärztegesellschaften und den Versicherern (santésuisse, curafutura) ausgehandelt. Kommt keine Einigung zustande, legt die kantonale Regierung einen provisorischen Wert fest.

Die Faktoren, die den TPW beeinflussen, sind vielschichtig:

Mietkosten & Infrastruktur

Praxisräume in Genf oder Zürich kosten ein Vielfaches verglichen mit ländlichen Kantonen wie Glarus oder Appenzell. Das spiegelt sich im TL-Anteil wider.

Lohnniveau des Praxispersonals

Medizinische Praxisassistentinnen (MPA) verdienen in der Genfersee-Region deutlich mehr als in der Innerschweiz. Personal ist der grösste Kostenfaktor einer Praxis.

Ärztedichte & Wettbewerb

Kantone mit hoher Ärztedichte (Zürich, Basel, Genf) haben tendenziell höhere TPW, um die höheren Fixkosten auszugleichen. In unterversorgten Regionen ist der TPW paradoxerweise oft tiefer.

Verhandlungsposition der Tarifpartner

Starke kantonale Ärztegesellschaften können höhere Taxpunktwerte durchsetzen. Die Verhandlungsergebnisse variieren erheblich – auch abhängig von der politischen Grosswetterlage.

Ein wichtiger Punkt, der oft missverstanden wird: Ein hoher Taxpunktwert bedeutet nicht automatisch ein höheres Nettoeinkommen. In Genf liegen die Praxiskosten so hoch, dass der höhere TPW die Kosten lediglich kompensiert. Umgekehrt kann eine Praxis in Uri oder Glarus mit einem tieferen TPW unter dem Strich ähnlich profitabel sein, weil Miete und Löhne entsprechend tiefer sind. Die relevante Kennzahl ist immer die Marge pro Arbeitsstunde – nicht der TPW allein.

6. Wie KI bei der TARDOC-Optimierung hilft

Wenn der kantonale Taxpunktwert feststeht, gibt es genau eine Stellschraube, um Ihr Honorar zu maximieren: die korrekte und vollständige Positionserfassung. Jede vergessene Position, jeder fehlende Zuschlag bedeutet verlorene Taxpunkte – und bei einem TPW von 0.89 oder 0.93 direkt verlorenes Geld.

Hier punktet eine KI-gestützte Abrechnung besonders stark. DocReport analysiert Ihren Dokumentationstext – ob diktiert oder getippt – und erkennt automatisch, welche TARDOC-Positionen abrechenbar sind. Inklusive Zeitzuschläge, Notfallpauschalen, Diagnostikzuschläge und Besuchsentschädigungen.

Praxis-Ergebnis: Was KI-Optimierung bringt

+8–15 %
zusätzliche Taxpunkte durch vollständige Erfassung
0 Fehler
Rückfragen von Versicherern vermeiden
90 Sek.
statt 10 Min. für Bericht + Abrechnung

Die Kombination aus korrektem Taxpunktwert und optimierter Positionserfassung ist der Hebel, der den Unterschied macht. Nicht 1 oder 2 Prozent – sondern signifikant: Unsere Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz berichten von einer durchschnittlichen Honorar-Steigerung von 8 bis 15 Prozent, allein durch vollständigere Abrechnung. Kein Zaubertrick, kein Upcoding – einfach nichts vergessen, was Ihnen zusteht.

Datenschutz für Schweizer Praxen

DocReport verarbeitet Daten auf EU-Servern (Google Cloud Frankfurt) – konform mit DSGVO und dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). Keine Speicherung bei Dritten, keine Nutzung als Trainingsdaten. Ihre Patientendaten verlassen niemals die europäische Infrastruktur.

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7. Häufige Fragen zum Taxpunktwert TARDOC

Wer legt den Taxpunktwert fest?

Der Taxpunktwert wird in jedem Kanton einzeln zwischen der kantonalen Ärztegesellschaft und den Versicherern (santésuisse, curafutura) ausgehandelt. Kommt keine Einigung zustande, legt die Kantonsregierung einen provisorischen Wert fest.

Ist der Taxpunktwert unter TARDOC höher oder tiefer als unter TARMED?

Der reine Frankenbetrag pro Taxpunkt ist in vielen Kantonen leicht tiefer als unter TARMED. Das wird jedoch durch die höhere Taxpunktzahl pro Position in TARDOC mehr als kompensiert – das effektive Honorar steigt in den meisten Fällen.

Hat der Taxpunktwert Einfluss auf mein Nettoeinkommen?

Ja, aber nicht isoliert. Ein hoher TPW in einem teuren Kanton kann unter dem Strich dasselbe Nettoeinkommen ergeben wie ein tieferer TPW in einem günstigen Kanton. Entscheidend ist die Marge pro Arbeitsstunde nach Abzug aller Praxiskosten.

Gibt es verschiedene Taxpunktwerte für KVG und UVG?

Ja. Die in diesem Artikel genannten Werte gelten für die Grundversicherung (KVG). Für UVG (Unfallversicherung), IVG (Invalidenversicherung) und MVG (Militärversicherung) können andere Werte vereinbart sein.

Wann werden die Taxpunktwerte neu verhandelt?

Die Verhandlungszyklen variieren je nach Kanton. In der Regel werden die Werte jährlich oder zweijährlich überprüft. Unter TARDOC ist eine laufende Tarifpflege durch die OAAT AG vorgesehen.

Hilft KI, den Taxpunktwert besser auszuschöpfen?

Der Taxpunktwert selbst ist fix. Was KI optimieren kann, ist die Positionserfassung: Korrekte und vollständige Abrechnung aller erbrachten Leistungen, inkl. Zuschläge und Kombinationen. Das führt in der Praxis zu 8–15 % mehr Taxpunkten pro Behandlung.

Fazit: Kennen Sie Ihren Taxpunktwert – und nutzen Sie ihn voll aus

Der kantonale Taxpunktwert ist eine Grösse, die Sie als Ärztin oder Arzt nicht beeinflussen können. Was Sie aber beeinflussen können, ist, wie vollständig und korrekt Sie Ihre Leistungen abrechnen. Genau hier liegt der eigentliche Hebel: Wer alle relevanten TARDOC-Positionen erfasst – inklusive Zeitzuschläge, Präventionsleistungen und Besuchspauschalen – holt messbar mehr aus seinem Taxpunktwert heraus.

Die kantonale Tabelle in diesem Artikel gibt Ihnen die Orientierung. DocReport gibt Ihnen das Werkzeug, um bei jedem einzelnen Patientenkontakt das volle Honorar zu realisieren – ohne zusätzlichen Aufwand, ohne vergessene Positionen, ohne Rückfragen der Kasse.

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