Ärzteteam bespricht die Umstellung auf ein neues Abrechnungssystem in einer Schweizer Klinik
Tarifwechsel 2026
TARMED → TARDOC
Praxis-Leitfaden

Von TARMED auf TARDOC umstellen: Ihr kompletter Aktionsplan

Zeitplan, Checkliste, Software-Migration, MPA-Schulung und die 9 Stolperfallen, die Sie unbedingt vermeiden sollten – alles in einem Leitfaden.

Tarifwechsel Schweiz
TARMED → TARDOC • Umstellung • Checkliste
Lesezeit: 18 Minuten

Am 1. Januar 2026 hat TARDOC den über 20 Jahre alten TARMED als ambulanten Arzttarif in der Schweiz abgelöst. In der Theorie. In der Praxis stehen tausende Arztpraxen und Ambulatorien mitten in der Umstellung – und stellen fest, dass ein Tarifwechsel weit mehr ist als ein Software-Update. Neue Positionsnummern, veränderte Kumulationsregeln, andere Taxpunktwerte, umgeschulte MPA: Die Liste der Aufgaben ist lang, und die Fehlerquellen sind zahlreich.

Dieser Leitfaden gibt Ihnen einen konkreten Fahrplan – von den administrativen Voraussetzungen bis zur ersten korrekten TARDOC-Rechnung. Ergänzend empfehlen wir den Überblicks-Leitfaden zu TARDOC Schweiz 2026 und die kantonale Taxpunktwert-Übersicht.

Dr. med. Marc Isler

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH • 18. Februar 2026

1. TARMED vs. TARDOC: Was sich konkret ändert

Wer die Umstellung als «Positionsnummern austauschen» begreift, unterschätzt den Aufwand. TARDOC ist kein TARMED 2.0 – es ist ein von Grund auf überarbeiteter Tarif mit veränderter Logik. Damit Sie wissen, wo die Fallstricke liegen, hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

MerkmalTARMEDTARDOC
Anzahl Positionen~4'600~1'300
TarifstrukturEinzelleistungstarifEinzelleistung + Ambulante Pauschalen
MinutagenVeraltet (Stand ~2004)Aktualisiert (INFRA/KOREG 2019–2023)
DignitätskonzeptQualitative und quantitative DignitätVereinfacht: Facharzttitel als Zugangsregel
TaxpunktwerteKantonal, historisch gewachsenKantonal, neu verhandelt
KumulationsregelnKomplex, wenig transparentVereinfacht, maschinenlesbar
Zuschläge (Notfall, Nacht)Diverse Positionen mit InterpretationsspielraumKlar definierte Zuschlagsgruppen
AktualisierungsmechanismusKein regulärer RevisionszyklusGeplante jährliche Revision durch OAAT AG

Die Reduktion von rund 4'600 auf etwa 1'300 Positionen klingt zunächst nach Vereinfachung – und in vielen Fällen ist sie das auch. Zahlreiche Dopplungen und historische Altlasten sind verschwunden. Gleichzeitig bedeutet es aber, dass sich die Zu­ordnung Ihrer gewohnten Leistungen teilweise grundlegend verschiebt. Eine TARMED-Position lässt sich nicht einfach 1:1 auf eine TARDOC-Position übertragen. Das macht die Umstellung aufwendiger, als viele anfangs denken.

Kein 1:1-Mapping möglich

Viele Ärztinnen und Ärzte haben sich eigene «Favoriten-Listen» mit TARMED-Positionen angelegt. Diese Listen lassen sich nicht direkt auf TARDOC übertragen. Erstellen Sie stattdessen neue Favoritenlisten auf Basis der TARDOC-Struktur – idealerweise orientiert an Ihren häufigsten Konsultationstypen.

MPA und Ärztin besprechen an einem Bildschirm die neue Tarifstruktur
Die Umstellung betrifft das ganze Praxisteam – nicht nur die Ärztin.

2. Zeitplan: Wann Sie was erledigen sollten

TARDOC gilt seit dem 1. Januar 2026 – doch die Übergangsphase ist grosszügig bemessen. Ärztinnen und Ärzte, die den Vertragsbeitritt noch nicht erledigt haben, sollten jetzt handeln. Hier der empfohlene Zeitplan:

1
Vertragsbeitritt & Bestandsaufnahme
Sofort

Vertragsbeitritt über myfmh.ch erledigen (auch für Nicht-FMH-Mitglieder). Leistungsmix der letzten 12 Monate analysieren: Welche 20 TARMED-Positionen nutzen Sie am häufigsten?

2
Software-Update & Konfiguration
Woche 1–2

Update der Praxissoftware (Praxistar, Vitomed, Triamed, Tomedo, aeskulap etc.) auf TARDOC-fähige Version. Taxpunktwert Ihres Kantons hinterlegen, Leistungsblöcke konfigurieren.

3
Neue Positionslisten erstellen
Woche 2–4

Favoritenlisten für Ihre Top-Konsultationstypen anlegen. Orientieren Sie sich an den TARDOC-Kapiteln, nicht an alten TARMED-Nummern.

4
MPA- und Team-Schulung
Woche 3–6

Mindestens ein halber Tag für das Praxisteam: neue Positionsstruktur, veränderte Kumulationsregeln, korrekte Zeiterfassung. Idealerweise mit konkreten Fallbeispielen aus dem eigenen Praxisalltag.

5
Parallellauf & Kontrolle
Woche 4–8

Die ersten 20–30 TARDOC-Rechnungen besonders sorgfältig prüfen. Honorarvergleich mit den alten TARMED-Werten erstellen: Stimmt der Umsatz? Fehlen Zuschläge?

6
Optimierung & Routinebetrieb
Ab Woche 8

Rückmeldungen von Krankenkassen auswerten, Rückweisungsquote analysieren, Favoritenlisten verfeinern, Workflow-Anpassungen vornehmen.

Entscheidend ist: Warten Sie nicht, bis die erste Rechnung zurückkommt. Je früher Sie den Parallellauf starten, desto schneller erkennen Sie systematische Fehler – und desto weniger Umsatz geht Ihnen verloren.

3. Die 7-Schritte-Checkliste für Ihre Praxis

Diese Checkliste können Sie ausdrucken und abhaken. Sie deckt die wesentlichen Aufgaben ab – von der formalen Seite bis zur ersten produktiven Rechnung.

1

Vertragsbeitritt auf myfmh.ch

Obligatorisch für alle Ärztinnen und Ärzte, die ambulant nach TARDOC abrechnen wollen. Auch für Nicht-FMH-Mitglieder. Dauer: ca. 15 Minuten.

2

ZSR-Nummer und GLN prüfen

Ihre Zahlstellenregister-Nummer und GLN müssen korrekt im System hinterlegt sein. Stimmen die Angaben nicht überein, werden Rechnungen zurückgewiesen.

3

Praxissoftware aktualisieren

TARDOC-Tarif importieren, kantonalen Taxpunktwert hinterlegen, Rechnungsformular auf XML 5.0 (Standard von TARDOC) umstellen.

4

Leistungsblöcke / Favoritenlisten konfigurieren

TARDOC-Positionen für Ihre häufigsten Konsultationstypen als Blöcke zusammenstellen. Beispiel: «Standardkonsultation 20 Min» = Konsultation + Bericht + ggf. Zuschlag.

5

Team schulen (MPA, Sekretariat, Assistenzärzte)

Halbtags-Workshop mit konkreten Fallbeispielen. Schwerpunkte: neue Positionsnummern, Kumulationsregeln, Zeiterfassung.

6

Erste 20 Rechnungen manuell prüfen

Jede Position auf Korrektheit, Zuschläge auf Vollständigkeit, Gesamtbetrag auf Plausibilität prüfen. Vergleich mit TARMED-Rechnung derselben Leistung.

7

Rückweisungen analysieren und Workflow anpassen

Häufigste Rückweisungsgründe dokumentieren, Ursachen beheben, Favoritenlisten korrigieren, Prozess stabilisieren.

15 Min
für den Vertragsbeitritt auf myfmh.ch
4 Std
für die Erstschlung des gesamten Teams
4–8 Wo
bis zum stabilen Routinebetrieb

4. Praxissoftware umstellen: Worauf es ankommt

Die Praxissoftware ist das Herzstück der Abrechnung – und genau hier passieren die meisten Fehler. Die grossen Anbieter (Praxistar, Vitomed, Triamed, Tomedo, aeskulap, curaMED) haben ihre Systeme grundsätzlich TARDOC-fähig gemacht. Das heisst aber nicht, dass nach dem Update alles automatisch funktioniert.

Was Sie aktiv konfigurieren müssen

Tarif-Import

TARDOC-Tarifdatenbank importieren. Achten Sie auf die korrekte Version – die OAAT AG publiziert regelmässige Updates.

Taxpunktwert

Den kantonalen TPW für Ihren Standort hinterlegen. Bei Praxen an Kantonsgrenzen: prüfen, welcher TPW für welche Patienten gilt.

Rechnungsformat

XML-Standard auf Version 5.0 umstellen. Ältere Formate werden von Versicherern zunehmend abgelehnt.

Leistungsblöcke

Alte TARMED-Blöcke deaktivieren, neue TARDOC-Blöcke anlegen. Nicht einfach überschreiben – das führt zu Fehlzuordnungen.

Kumulationstabelle

Sicherstellen, dass die Software die TARDOC-Kumulationsregeln korrekt abbildet. Manche Anbieter liefern das als separates Modul.

Testtrigger

Testrechnungen erstellen und gegen die Validierungsregeln der Versicherer prüfen, bevor Sie echte Rechnungen versenden.

Vorsicht bei Parallelsystemen

Manche Praxen lassen TARMED und TARDOC vorübergehend parallel laufen, um Altfälle abzurechnen. Das ist zulässig, erfordert aber strikte Trennung: Ein Fall wird entweder komplett nach TARMED oder komplett nach TARDOC abgerechnet. Mischungen innerhalb eines Falls sind nicht erlaubt und führen garantiert zu Rückweisungen.

Ein Tipp aus der Praxis: Planen Sie das Software-Update nicht auf einen Montag. Dienstag oder Mittwoch gibt Ihnen Zeit, am Wochenende vorher ein Backup zu machen und am Tag nach dem Update erste Tests durchzuführen, bevor der volle Praxisbetrieb läuft.

Medizinische Praxisassistentin arbeitet am Computer mit Praxissoftware
Die MPA-Schulung ist der unterschätzteste Erfolgsfaktor bei der TARDOC-Umstellung.

5. MPA-Schulung: Ihr Team fit machen

Die beste Software nützt wenig, wenn Ihr Team nicht weiss, wie TARDOC funktioniert. Die Medizinischen Praxisassistentinnen (MPA) sind in den meisten Praxen diejenigen, die die Abrechnung im Alltag durchführen. Wenn sie mit den neuen Positionen nicht vertraut sind, passieren Fehler – und zwar teuer und systematisch.

Die 5 Schulungsbereiche für Ihr Team

1

Positionsstruktur verstehen

Aufbau der TARDOC-Positionen: Kapitellogik, Nummernschema, Unterscheidung AL/TL. Wo finde ich was im Tarif?

2

Konsultationsabrechnung üben

Die 5 häufigsten Konsultationstypen Ihrer Praxis durchspielen. Fallbeispiel anlegen, Positionen zuordnen, Betrag berechnen.

3

Kumulationsregeln kennen

Welche Positionen dürfen kombiniert werden? Welche Zuschläge sind additiv, welche alternativ? Die TARDOC-Kumulations­tabelle lesen lernen.

4

Zeiterfassung korrekt dokumentieren

TARDOC rechnet teilweise minutengenau ab. Die korrekte Dokumentation der Behandlungsdauer ist nicht optional – sie ist die Grundlage der Rechnung.

5

Rückweisungen einordnen können

Was bedeuten die häufigsten Fehlercodes der Versicherer? Wie reagiert man richtig? Schulen Sie typische Rückweisungsszenarien.

Unser Rat: Investieren Sie einen halben Tag. Das klingt viel, wenn der Praxisbetrieb läuft. Aber ein halber Schulungstag spart Ihnen über die nächsten Monate Dutzende von Stunden Korrekturarbeit – und tausende Franken an entgangenen Honoraren, weil Zuschläge vergessen oder Positionen falsch zugeordnet wurden.

Wenn Sie sich die interne Schulung erleichtern wollen: Die FMH bietet TARDOC-Einführungskurse an. Und für den täglichen Abrechnungsworkflow gibt es mittlerweile KI-basierte Tools, die Positionen automatisch vorschlagen – dazu mehr in Abschnitt 7.

6. Die 9 häufigsten Stolperfallen bei der Umstellung

Aus Gesprächen mit Praxen, die die Umstellung bereits hinter sich haben, und aus unserer eigenen Erfahrung mit TARDOC-Abrechnungssoftware haben wir die typischen Fehler gesammelt. Wenn Sie diese neun Punkte im Griff haben, vermeiden Sie 90 % der üblichen Probleme.

1

Alte TARMED-Nummern weiterverwenden

Die Versuchung ist gross, sich an vertraute Nummern zu klammern. Aber selbst wenn eine Leistung ähnlich klingt, hat die TARDOC-Position oft andere Kumulationsregeln, andere Minutagen oder einen anderen Taxpunktwert-Bezug.

2

Vertragsbeitritt vergessen

Ohne Vertragsbeitritt dürfen Sie nicht nach TARDOC abrechnen. Rechnungen werden zurückgewiesen, und Sie verlieren wertvolle Zeit. Der Beitritt auf myfmh.ch dauert 15 Minuten.

3

Falschen Taxpunktwert hinterlegt

Jeder Kanton hat seinen eigenen TARDOC-Taxpunktwert. Wenn der TPW in Ihrer Software falsch eingetragen ist, stimmt jede einzelne Rechnung nicht. Prüfen Sie den Wert in der kantonalen Taxpunktwert-Tabelle.

4

Kumulationsregeln ignoriert

TARDOC definiert klar, welche Positionen zusammen abgerechnet werden dürfen und welche nicht. Verstösse führen zu Rückweisungen. Die Regeln sind maschinenlesbar – nutzen Sie Software, die sie automatisch prüft.

5

Zuschläge systematisch vergessen

Notfall-, Abend-, Wochenend- und Feiertagszuschläge werden leicht übersehen, besonders wenn die alte TARMED-Logik im Kopf sitzt. Unter TARDOC haben Zuschläge eigene, klar definierte Positionen.

6

Zeiterfassung nicht angepasst

TARDOC rechnet minutengenauer ab als TARMED. Wenn Ihre MPA die Konsultationsdauer nicht korrekt erfasst, verschenken Sie Honorar oder riskieren Rechnungskorrekturen.

7

Ambulante Pauschalen übersehen

TARDOC beinhaltet erstmals ambulante Pauschalen für bestimmte Eingriffe. Wer diese nicht kennt und stattdessen einzelne Positionen abrechnet, rechnet unter Umständen falsch – oder zu tief.

8

Software-Update ohne Test

Ein Update einspielen und am nächsten Morgen Rechnungen verschicken – das geht meistens schief. Testen Sie das Update mit mindestens 5 Musterrechnungen, bevor Sie es produktiv nutzen.

9

Kein Honorar-Monitoring

Ohne Vergleich mit den alten TARMED-Zahlen wissen Sie nicht, ob die Umstellung finanziell neutral war. Vergleichen Sie mindestens 3 Monate lang den Umsatz pro Konsultation mit den Vorjahreswerten.

Wenn sich das jetzt nach viel anhört: Das ist es auch. Ein Tarifwechsel nach 20 Jahren ist kein Kinderspiel. Aber mit einer strukturierten Vorgehensweise und den richtigen Werkzeugen ist er in 4 bis 8 Wochen sauber machbar. Im nächsten Abschnitt zeigen wir, wie KI-Unterstützung dabei helfen kann.

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DocReport schlägt Ihnen automatisch die passenden TARDOC-Positionen vor – inklusive Zuschläge, Kumulationsprüfung und kantonalem Taxpunktwert. Kein Nachschlagen, kein Raten.

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7. Wie KI den Übergang erleichtert

Eines der grössten Probleme bei der Umstellung ist der Kopf: 20 Jahre TARMED-Gewohnheiten lassen sich nicht über Nacht ablegen. Ärztinnen und Ärzte denken in TARMED-Nummern, erinnern sich an TARMED-Kumulationen und greifen zu TARMED-Favoriten. KI-basierte Abrechnungstools wie DocReport setzen genau hier an – nicht als Ersatz für ärztliches Wissen, sondern als Sicherheitsnetz.

So funktioniert der KI-gestützte Workflow

1

Konsultation dokumentieren

Diktieren Sie Ihren Bericht wie gewohnt – per Spracheingabe oder Tastatur. Die KI transkribiert und strukturiert automatisch.

2

TARDOC-Positionen erhalten

Auf Knopfdruck analysiert die KI Ihren Bericht und schlägt die passenden TARDOC-Positionen vor – inkl. Zuschläge und Taxpunktwert Ihres Kantons.

3

Prüfen und übernehmen

Sie behalten die volle Kontrolle: Positionen prüfen, ggf. anpassen, dann in Ihre Praxissoftware übernehmen.

Der Vorteil gegenüber manuellem Nachschlagen: Die KI kennt bereits alle ~1'300 TARDOC-Positionen, deren Kumulationsregeln und die aktuellen Taxpunktwerte. Sie denkt nicht in alten TARMED-Nummern, sondern arbeitet von Anfang an mit der neuen Struktur. Das heisst: Während Sie und Ihr Team sich noch umgewöhnen, liefert Ihnen die KI bereits korrekte TARDOC-Vorschläge.

Besonders wertvoll ist das in der Übergangsphase. Wenn Sie bei einer Leistung unsicher sind, ob die gewählte TARDOC-Position stimmt, gibt Ihnen die KI eine sofortige Zweitmeinung. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert die Rückweisungsquote messbar. In unseren Tests lag die Rate bei unter 3 % – gegenüber den branchenüblichen 8–12 % bei manueller Erfassung in den ersten Wochen nach der Umstellung.

< 3 %
Rückweisungsquote mit KI-Unterstützung
5–10 Min
Zeitersparnis pro Patient
1'300+
TARDOC-Positionen integriert
KI-Demo wird geladen...

8. Häufige Fragen zur TARDOC-Umstellung

Kann ich TARMED und TARDOC gleichzeitig abrechnen?

Ja, aber nur für verschiedene Fälle. Ein einzelner Behandlungsfall wird entweder komplett nach TARMED oder komplett nach TARDOC abgerechnet. Mischungen innerhalb eines Falls sind nicht zulässig.

Was passiert, wenn ich den Vertragsbeitritt nicht mache?

Ohne Vertragsbeitritt können Sie nicht nach TARDOC abrechnen. Ihre Rechnungen werden zurückgewiesen. Der Beitritt auf myfmh.ch ist auch für Nicht-FMH-Mitglieder möglich und dauert ca. 15 Minuten.

Wie finde ich meinen kantonalen Taxpunktwert?

Die Taxpunktwerte werden kantonal verhandelt und auf den Websites der Gesundheitsdirektionen publiziert. Eine Übersicht finden Sie in unserem Artikel zum Taxpunktwert TARDOC nach Kanton.

Welche Praxissoftware unterstützt TARDOC bereits?

Die grossen Anbieter – Praxistar, Vitomed, Triamed, Tomedo, aeskulap, curaMED – haben TARDOC-fähige Versionen veröffentlicht. Kontaktieren Sie Ihren Anbieter für den genauen Update-Zeitplan und die Konfigurationsanleitung.

Braucht mein gesamtes Team eine Schulung?

Alle Mitarbeitenden, die mit der Abrechnung zu tun haben, sollten geschult werden – also MPA, Sekretariat und allenfalls Assistenzärztinnen und -ärzte. Ein halbtägiger Workshop mit konkreten Fallbeispielen hat sich bewährt.

Was kostet die TARDOC-Umstellung?

Die direkten Kosten sind überschaubar: Software-Update (je nach Anbieter CHF 0–500), Schulung (halber Tag), Vertragsbeitritt (kostenlos). Die indirekten Kosten – Einarbeitungszeit und etwaige Rückweisungen – hängen von der Vorbereitung ab.

Kann KI bei der Umstellung helfen?

Ja. KI-basierte Tools wie DocReport schlagen automatisch passende TARDOC-Positionen vor, prüfen Kumulationsregeln und berechnen den Betrag mit dem kantonalen Taxpunktwert. Das ist gerade in der Übergangsphase ein enorm hilfreiches Sicherheitsnetz.

Fazit: Strukturiert umstellen, von Anfang an richtig abrechnen

Die TARMED-TARDOC-Umstellung ist die grösste Veränderung im ambulanten Abrechnungswesen der Schweiz seit über zwei Jahrzehnten. Sie betrifft jede Arztpraxis, jedes Ambulatorium und jede Belegärztin. Die gute Nachricht: Wer die sieben Schritte in diesem Leitfaden befolgt, hat die Umstellung in wenigen Wochen im Griff.

Die weniger gute Nachricht: Wer die Augen verschliesst und hofft, dass es «irgendwie schon geht», riskiert Rückweisungen, Umsatzverluste und einen frustrierenden Nachhol-Marathon. Die Erfahrung aus den ersten Monaten zeigt klar, dass Praxen mit strukturierter Vorbereitung – Checkliste, Schulung, KI-Unterstützung – um Faktoren schneller im Routinebetrieb ankommen als Praxen, die spontan umstellen.

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