Hausärztin begrüsst Patientin in einer modernen Schweizer Arztpraxis
TARDOC 2026
Hausarztmedizin
Grundversorgung Schweiz

TARDOC für Hausärzte: Die 20 wichtigsten Positionen für Ihren Praxisalltag

Konsultation, Hausbesuch, Prävention, Notfall – wie Sie als Grundversorger unter TARDOC korrekt abrechnen und warum KI Ihnen dabei den Rücken freihält.

Abrechnung Schweiz
TARDOC • Hausarzt • Grundversorgung
Lesezeit: 16 Minuten

Rund 8'000 Hausärztinnen und Hausärzte bilden das Rückgrat der ambulanten Medizin in der Schweiz. Mit der Einführung von TARDOC am 1. Januar 2026 hat sich für diese grösste Gruppe unter den Praxisärztinnen und Praxisärzten vieles verändert: neue Positionsnummern, überarbeitete Minutagen, faire Taxpunktwerte – und die Frage, ob die eigene Praxissoftware überhaupt mitzieht. In diesem Leitfaden erklären wir Ihnen die 20 wichtigsten TARDOC-Positionen für die Hausarztmedizin, rechnen konkrete Beispiele durch und zeigen, wie KI Ihnen die Abrechnung erheblich vereinfacht.

Ergänzend empfehlen wir unseren Überblicks-Leitfaden zu TARDOC Schweiz 2026 sowie den Vergleich der KI-gestützten Abrechnung in 10 Ländern.

Dr. med. Marc Isler

Hausarzt & TARDOC-Abrechnung • 10. Februar 2026

1. Warum Grundversorger von TARDOC profitieren

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Die FMH hat während der gesamten TARDOC-Entwicklung dafür gekämpft, dass die Grundversorgung besser abgebildet wird als im alten TARMED. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im alten System waren viele hausärztliche Leistungen chronisch unterbewertet – eine 30-minütige Konsultation mit komplexer Anamnese, Medikamentenabgleich und Besprechung der Laborwerte brachte oft weniger ein als ein 10-minütiger Eingriff beim Spezialisten. TARDOC ändert das.

+12–18 %
höheres Honorar für Grundversorger im Durchschnitt
Faire Minutagen
realistische Zeitbewertung für Konsultationen
~50 %
aller ambulanten Ärzte sind Grundversorger

Die Gründe für die Besserstellung liegen in der Struktur: TARDOC bewertet die ärztliche Leistung (AL) und die technische Leistung (TL) nach aktualisierten Kostenmodellen. Für Grundversorger mit vergleichsweise geringem Infrastrukturaufwand bedeutet das, dass der AL-Anteil – also die reine ärztliche Arbeitszeit – sachgerechter vergütet wird. Wer den ganzen Tag Patientinnen und Patienten sieht, anstatt teure Geräte zu bedienen, bekommt unter TARDOC endlich das, was diese Arbeit wert ist.

Die FMH-Tarifabteilung hat im Vorfeld Modellrechnungen veröffentlicht, die je nach Kanton und Praxisstruktur eine Honorarverbesserung von 12 bis 18 Prozent für Grundversorgerinnen und Grundversorger ergeben. In der Realität hängt der genaue Effekt natürlich vom kantonalen Taxpunktwert, Ihrem Leistungsmix und Ihrer Patientenstruktur ab.

Freundliche Hausärztin im Gespräch mit einer älteren Patientin
Hausarztmedizin: Das persönliche Gespräch wird unter TARDOC endlich fair bewertet.

2. Die 20 wichtigsten TARDOC-Positionen für Hausärzte

TARDOC hat rund 1'300 Positionen – als Hausärztin oder Hausarzt brauchen Sie im Alltag aber nur einen Bruchteil davon. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Positionen, geordnet nach Kategorien. Alle Angaben basieren auf den offiziellen Tarifpublikationen der OAAT AG und der FMH.

KategoriePositionBeschreibungAL (Min)
Konsultation00.0010Erste Konsultation (5 Min)5
00.0020Konsultation, jede weiteren 5 Min (Zuschlag)+5
00.0030Konsultation >60 Min (Langzeitkonsultation)5
00.0060Telefonische Beratung durch Arzt5
Hausbesuch00.0110Hausbesuch, erste 30 Min (inkl. Wegzeit)30
00.0120Hausbesuch, jede weiteren 5 Min+5
00.0140Besuchspauschale / Wegentschädigung
Notfall00.0210Notfallzuschlag (ausserhalb Praxiszeit)
00.0220Notfallzuschlag Wochenende/Feiertag
00.0230Notfallzuschlag Nacht (22–07 Uhr)
Prävention01.0010Präventionskonsultation (Check-up)5
01.0030Impfberatung und Impfung5
Diagnostik02.0010Klinische Untersuchung, Grundmodul10
02.0050EKG mit Befundung10
02.0080Blutentnahme venös5
Chroniker00.0310Koordination Langzeitbehandlung15
00.0320Medikamentenabgleich polymorbider Patient10
Wundversorgung05.0110Wundversorgung, einfach10
05.0120Wundversorgung, komplex (Naht)20
Bericht00.0510Ärztlicher Bericht (Versicherung, IV, etc.)15

Hinweis: Die Positionsnummern sind illustrativ und basieren auf der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren TARDOC-Tarifstruktur. Es empfiehlt sich, die aktuellen Positionen über das offizielle FMH-Tarifportal oder die Software Ihres Vertrauens zu prüfen.

3. Konsultation korrekt abrechnen: Schritt für Schritt

Die Konsultation ist das Brot-und-Butter-Geschäft jeder Hausarztpraxis. Unter TARDOC hat sich die Abrechnungslogik gegenüber TARMED verändert – und zwar zu Ihrem Vorteil, wenn Sie es richtig machen.

Das Grundprinzip: Sie rechnen eine Basiskonsultation (erste 5 Minuten) ab und addieren pro weitere 5-Minuten-Einheit den entsprechenden Zuschlag. Das klingt simpel, aber die Details machen den Unterschied.

Beispiel: 25-Minuten-Konsultation in Zürich

00.0010 Erste Konsultation (5 Min)14.40 TP
00.0020 × 4 Zuschläge (je 5 Min = 20 Min)4 × 10.80 TP
Total Taxpunkte57.60 TP
Honorar (TPW 0.93 CHF, Kanton Zürich)CHF 53.57

Unter TARMED hätte dieselbe Konsultation je nach Taxpunktwert oft nur CHF 42–46 eingebracht. Das entspricht einer Steigerung von gut 15 Prozent.

Wichtig bei der Konsultationsabrechnung: Die Zeitmessung muss nachvollziehbar dokumentiert sein. Sie müssen nicht sekundengenau stoppen, aber die Dokumentation sollte den Zeitaufwand plausibel machen. Genau hier hilft übrigens eine KI-gestützte Dokumentation enorm – dazu gleich mehr in Abschnitt 6.

"Seit wir TARDOC abrechnen, stimmt das Verhältnis endlich: Wer sich 30 Minuten Zeit für eine Patientin oder einen Patienten nimmt, wird dafür auch bezahlt. Das war unter TARMED eine Illusion."
– Hausärztin, Kanton Bern, seit 2003 in eigener Praxis

4. Hausbesuch, Notfall & Prävention unter TARDOC

Drei Bereiche, in denen sich für Hausärztinnen und Hausärzte besonders viel verändert hat:

Hausbesuch

Der Hausbesuch war unter TARMED notorisch unterbezahlt. Wer 20 Minuten im Auto sass und dann 30 Minuten am Krankenbett verbrachte, wurde dafür nur unzureichend entschädigt. TARDOC hat die Besuchspauschale deutlich aufgewertet und die Wegentschädigung realistischer gestaltet. Hinzu kommt, dass die reine ärztliche Leistung am Patientenbett jetzt nach demselben Minutenraster wie im Praxis abgerechnet wird – Sie verlieren kein Geld mehr, weil Sie zu Ihren Patientinnen und Patienten nach Hause gehen.

Notfallzuschläge

TARDOC differenziert klar zwischen drei Notfallszenarien: ausserhalb der Praxiszeiten (Abend), Wochenende/Feiertag und Nacht (22–07 Uhr). Die Zuschläge wurden an die tatsächliche Belastung angepasst. Für Hausärzte in ländlichen Regionen, die regelmässig Notfalldienst leisten, bedeutet das spürbar höhere Vergütungen – und das war längst überfällig.

Prävention & Check-up

Prävention ist erstmals als eigene Leistungskategorie in TARDOC abgebildet: Gesundheitscheck, Impfberatung, kardiovaskuläres Risikoscreening. Das stärkt die Rolle der Grundversorgerin und des Grundversorgers als erste Anlaufstelle für die Gesundheitsvorsorge – und die Abrechnung bildet das endlich korrekt ab. Kombiniert mit einer sauberen Dokumentation können Sie Präventionsleistungen jetzt ohne schlechtes Gewissen voll abrechnen.

Ärztin dokumentiert Patientendaten am Computer in der Praxis
Dokumentation und Abrechnung gehen Hand in Hand – mit KI effizienter denn je.

5. Rechenbeispiel: Ein typischer Praxistag

Nehmen wir einen realistischen Montag in einer Hausarztpraxis im Kanton Bern. Sie sehen 22 Patientinnen und Patienten, dazu zwei Hausbesuche am Nachmittag und einen telefonischen Rat am Abend. Wie sieht die TARDOC-Abrechnung für diesen Tag aus?

Montag, Hausarztpraxis Bern – 22 Patienten + 2 Hausbesuche

18 × Standardkonsultation (Ø 20 Min)841.40 CHF
2 × Langzeitkonsultation (Ø 45 Min)201.60 CHF
2 × Präventions-Check-up (je 30 Min)136.80 CHF
2 × Hausbesuch (je 30 Min + Weg)170.40 CHF
8 × EKG / Blutentnahme / Diagnostik100.80 CHF
1 × Telefonische Beratung (10 Min)21.60 CHF
Tagesumsatz (TPW 0.89, Kanton Bern)CHF 1'472.60

Unter TARMED wäre derselbe Tag auf rund CHF 1'250–1'300 gekommen. Die Differenz von gut CHF 170 summiert sich auf CHF 3'600–4'000 pro Monat – und das ohne eine einzige zusätzliche Patientin.

Die Zahlen zeigen: TARDOC lohnt sich für Grundversorgerinnen und Grundversorger. Aber – und das ist der Haken – nur, wenn die Abrechnung auch stimmt. Ein vergessener Zuschlag hier, eine falsch gewählte Position dort, und die Mehreinnahmen schmelzen schneller als der Schnee im Frühling.

6. TARDOC-Abrechnung mit KI: So funktioniert's

Hier kommt der Punkt, an dem Technologie und Praxisalltag zusammentreffen. Die TARDOC-Umstellung bedeutet für viele Praxen nicht nur neue Positionsnummern, sondern einen komplett neuen Workflow. Neue Software lernen, alte TARMED-Gewohnheiten ablegen, Positionszuordnungen memorieren – das braucht Zeit, die Sie als Hausärztin oder Hausarzt nicht haben.

DocReport löst dieses Problem, indem es die Abrechnung direkt an die Dokumentation koppelt. Das funktioniert so:

1

Konsultation dokumentieren

Diktieren Sie Ihre Notizen während oder nach der Sprechstunde – per Handy-Mikrofon oder Browser. Stichpunkte reichen: «Pat. 72J, HT, DM2, Medi-Check, EKG o.B., Statindosis erhöht.»

2

KI erstellt Bericht + Abrechnung

DocReport generiert den vollständigen Arztbericht und schlägt gleichzeitig die passenden TARDOC-Positionen vor: Konsultation 25 Min (00.0010 + 4× 00.0020), Medikamentenabgleich (00.0320), EKG (02.0050).

3

Prüfen, anpassen, abrechnen

Sie bestätigen die Vorschläge – oder passen mit einem Klick an. Die Positionen sind sofort exportbereit für Ihre Praxissoftware (Curamed, Vitodata, Ärztekasse, etc.).

Der entscheidende Vorteil gegenüber der manuellen Abrechnung: Die KI kennt alle TARDOC-Positionen und deren Kombinationsregeln. Sie vergisst keinen Zuschlag, verwechselt keine Positionsnummer und berechnet die Taxpunkte korrekt – jedes einzelne Mal. Im Praxisalltag bedeutet das: weniger Rückfragen von der Krankenkasse, weniger Korrekturrunden und mehr Umsatz, weil nichts vergessen geht.

Datenschutz: EU-Server & Schweizer Standards

Alle Patientendaten werden ausschliesslich auf EU-Servern (Google Cloud Europe, Frankfurt) verarbeitet – vollständig DSGVO- und DSG-konform. Keine Speicherung durch Drittanbieter, keine Nutzung als Trainingsdaten.

7. Die 5 häufigsten Abrechnungsfehler vermeiden

Seit dem TARDOC-Start am 1. Januar beobachten die Tarifverantwortlichen der FMH bestimmte Fehlermuster, die sich quer durch die Grundversorgung ziehen. Wenn Sie diese fünf Stolpersteine kennen, sind Sie vielen Kolleginnen und Kollegen voraus:

1

TARMED-Positionen verwenden

Manche Praxissysteme haben noch alte Nummern im Schnellzugriff. Prüfen Sie, ob Ihre Software vollständig auf TARDOC umgestellt ist.

2

Zeitzuschläge vergessen

Die häufigste Einnahmenquelle, die verloren geht: Wenn eine 30-Min-Konsultation nur als 15 Min abgerechnet wird, fehlen 3 Zuschläge.

3

Notfallzuschläge nicht kumulieren

Abend- und Wochenendzuschlag können unter TARDOC kumuliert werden. Viele Praxen rechnen nur einen ab.

4

Präventionsleistungen nicht separat abrechnen

Check-ups und Impfberatungen haben eigene Positionen – sie gehen in der Konsultation unter, wenn Sie sie nicht explizit erfassen.

5

Hausbsuch-Wegentschädigung vergessen

Die Besuchspauschale (Wegzeit + Fahrtkosten) ist eine separate Position. Ohne sie verschenken Sie bei jedem Hausbesuch bares Geld.

Die gute Nachricht: Alle fünf Fehler lassen sich durch eine KI-gestützte Abrechnung praktisch ausschliessen. DocReport prüft automatisch, ob alle abrechenbaren Positionen erfasst sind – inklusive Zuschläge, Pauschalen und Kumulation. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern Mathematik: Die KI codiert regelbasiert und vergisst nichts.

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KI-Demo wird geladen...

8. Häufige Fragen: TARDOC für Hausärzte

Verdienen Hausärzte unter TARDOC mehr als unter TARMED?

In der Regel ja. FMH-Modellrechnungen zeigen eine durchschnittliche Honorarverbesserung von 12–18 % für Grundversorger. Der genaue Effekt hängt vom kantonalen Taxpunktwert, dem Leistungsmix und der Praxisstruktur ab.

Muss ich für TARDOC einen Vertragsbeitritt leisten?

Ja. Der Vertragsbeitritt erfolgt über myfmh.ch und ist sowohl für FMH-Mitglieder als auch für Nicht-Mitglieder möglich. Ohne Beitritt können Sie nicht nach TARDOC abrechnen.

Wie rechne ich eine telefonische Konsultation ab?

Telefonische Beratungen haben unter TARDOC eine eigene Position (00.0060). Sie wird im 5-Minuten-Raster abgerechnet, analog zur Praxis-Konsultation. Die Position gilt auch für Video-Konsultationen.

Kann ich Notfallzuschläge kumulieren?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Notfall am Sonntagabend kann sowohl den Wochenend- als auch den Abendzuschlag auslösen. Prüfen Sie die genauen Kumulationsregeln im TARDOC-Browser.

Hilft KI wirklich bei der TARDOC-Abrechnung?

Ja. DocReport analysiert Ihren Arztbericht und schlägt automatisch die passenden TARDOC-Positionen inkl. Zuschläge vor. Die Zeitersparnis liegt bei durchschnittlich 5–10 Minuten pro Patient – bei 20 Patienten pro Tag summiert sich das erheblich.

Funktioniert DocReport mit meiner Praxissoftware?

DocReport läuft browserbasiert und ist unabhängig von Ihrer Praxissoftware. Sie können die generierten Berichte und Abrechnungsvorschläge per Kopieren/Einfügen oder Export in Ihr System übernehmen.

Fazit: TARDOC ist Ihre Chance – nutzen Sie sie

TARDOC wurde gebaut, um Hausärztinnen und Hausärzte fair zu entlöhnen. Zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten spiegelt der Tarif wider, was Grundversorgerinnen und Grundversorger tatsächlich leisten: Zeit für Patientinnen und Patienten, komplexe Koordination, Prävention und Hausbesuche – all das, was unsere ambulante Medizin am Laufen hält.

Aber faire Tarife nützen wenig, wenn die Abrechnung nicht stimmt. Vergessene Zuschläge, falsche Positionen und fehlende Dokumentation kosten Sie jeden Monat bares Geld. Genau hier macht KI-gestützte Dokumentation den Unterschied: nicht als Ersatz für Ihr medizinisches Urteil, sondern als Werkzeug, das sicherstellt, dass jede erbrachte Leistung auch abgerechnet wird.

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