Ärztin dokumentiert ICD-10 Diagnosen am Laptop, unterstützt durch KI
KI & Kodierung
ICD-10 in der Praxis
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ICD-10 Kodierung mit KI: Mehr Sicherheit, weniger Stress

Wie ich ICD-10-Codes in der Praxis nicht mehr „aus dem Bauch“, sondern strukturiert, schnell und KI-unterstützt setze – ohne Verantwortung abzugeben.

Dokumentation & Abrechnung
ICD-10 • GOÄ • EBM
Lesezeit: 14 Minuten

ICD-10-Kodierung kostet Zeit, Nerven – und im Zweifel Geld. Zu grob kodiert? Regressrisiko. Zu fein kodiert? Diskussion mit der KV. In diesem Artikel zeige ich, wie wir in unserer Praxis ICD-10 mit KI-Unterstützung nutzen, ohne die ärztliche Verantwortung aus der Hand zu geben.

Dieser Beitrag baut auf unserem Leitfaden zur ICD-10 Code Suche in der Praxis und zur Digitalisierung der medizinischen Dokumentation auf und zeigt, wie KI konkret im Kodier-Alltag hilft.

TL;DR: Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

  • 1. KI kann ICD-10-Vorschläge machen – die fachliche Entscheidung bleibt bei Ihnen.
  • 2. Der größte Hebel liegt in der Kombination aus strukturierter Dokumentation, Spracherkennung und KI-Auswertung.
  • 3. Mit DocReport gewinnen wir pro Tag 20–30 Minuten reine Kodierzeit zurück – bei gleichzeitig weniger Nachfragen der KV.
  • 4. DSGVO- und Haftungsfragen lassen sich sauber lösen, wenn KI als Entscheidungsunterstützung verstanden und nicht als „Kodier-Roboter“ eingesetzt wird.

Das Grundproblem: Warum ICD-10 in der Praxis oft nervt

In der Theorie ist ICD-10 sauber: jede Diagnose ein Code, alles standardisiert. In der Realität sitzen wir nach einem vollen Vormittag vor 30 Kontakten und überlegen: „War das jetzt J06.9 oder J00?“ – und tippen Suchbegriffe in die ICD-10-Suche ein.

Das Ergebnis: Kodierung wird häufig auf „ausreichend“ statt „optimal“ gemacht. Nicht, weil wir es fachlich nicht könnten, sondern weil Zeit, Nerven und Übersicht fehlen. Genau hier setzt KI an – nicht, um zu ersetzen, sondern um vorzudenken.

Wie KI bei der ICD-10-Kodierung wirklich helfen kann

KI kann Texte verstehen, Muster erkennen und Vorschläge machen. In der medizinischen Dokumentation heißt das konkret:

Aus Arztbriefen & Notizen

KI liest Ihren Freitext (z. B. Diktat aus der Sprechstunde) und erkennt relevante Diagnosen und Konstellationen.

ICD-10-Vorschläge mit Begründung

Statt „einfach einen Code zu spucken“, erklärt Ihnen die KI, warum bestimmte ICD-10-Codes passend sind – inkl. Alternativen.

Plausibilitäts-Check

Die KI weist auf Unstimmigkeiten hin (z. B. akute Diagnose ohne Verlauf, Kombinationen, die selten sind) – Sie entscheiden, ob Sie nachschärfen.

Fokus auf Medizin statt Suche

Sie lesen Vorschläge, entscheiden und dokumentieren – statt selbst 10 Minuten in Katalogen und Suchmasken zu verbringen.

Unser Praxis-Workflow: ICD-10 mit DocReport

In unserer Praxis läuft ein typischer Fall mittlerweile so ab:

  1. In der Sprechstunde: Ich diktiere Anamnese, Befund und Assessment per Spracherkennung in DocReport.
  2. Nach der Konsultation: DocReport analysiert den Text und macht strukturierte Vorschläge für Diagnosen und ICD-10-Codes.
  3. Mein Part: Ich prüfe die Vorschläge, wähle passende Codes aus, verwerfe unpassende und ergänze bei Bedarf.
  4. Abrechnung: Auf Basis der finalen Codes werden passende Leistungspositionen vorbereitet (GOÄ/EBM), die wir im Team nur noch bestätigen.

Zeitersparnis pro Kontakt: schwer zu messen, aber über den Tag summiert sich das auf 20–30 Minuten, vor allem bei komplexen Fällen (Multimorbidität, Polypharmazie, Chroniker).

Haftung, DSGVO und „darf ich das überhaupt?“

Die zentrale Frage vieler Kolleginnen und Kollegen lautet: „Darf ich KI für ICD-10 überhaupt nutzen – und wer haftet, wenn etwas schief geht?“

Die kurze Antwort: Ja, Sie dürfen KI nutzen, aber die medizinische Verantwortung bleibt immer bei Ihnen. KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für ärztliche Entscheidung.

  • DSGVO: Achten Sie auf einen Anbieter mit Rechenzentren in der EU und klaren Auftragsverarbeitungsverträgen. DocReport setzt auf DSGVO-konforme Infrastruktur in Europa.
  • Haftung: Entscheidend ist, dass Sie Vorschläge prüfen, dokumentieren und nicht „blind“ übernehmen. Genau so, wie Sie es bei Leitlinien oder Nachschlagewerken tun.
  • Dokumentation: Halten Sie fest, dass KI als Unterstützung eingesetzt wird – mehr Transparenz, nicht weniger.
DocReport für ICD-10 & Dokumentation

ICD-10-Vorschläge, Arztbriefe und Spracherkennung – in einer Plattform

DocReport unterstützt Sie bei medizinischer Dokumentation, ICD-10-Kodierung und Arztbriefen. Sie bleiben medizinisch verantwortlich – die KI nimmt Ihnen Schreibarbeit, Suche und Routine ab.

✓ Serverstandort EU • DSGVO-konform

✓ Für Einzelpraxen, BAG und MVZ

✓ 14 Tage kostenfrei testen

Häufige Fragen zur ICD-10-Kodierung mit KI

Ersetzt KI meine medizinische Kodierung komplett?

Nein. KI macht Vorschläge und prüft auf Plausibilität, aber die finale ICD-10-Auswahl liegt immer bei Ihnen. In unserer Praxis sehen wir KI als „zweites Paar Augen“, nicht als Autopilot.

Kann ich KI-gestützte ICD-10-Kodierung gegenüber KV oder Gutachtern vertreten?

Ja, sofern Sie nachvollziehbar dokumentieren, wie die Entscheidung zustande kam und dass Sie Vorschläge fachlich geprüft haben. In der Praxis ist oft eher positiv, wenn Dokumentation vollständig und schlüssig ist – unabhängig davon, ob KI geholfen hat.

Wie aufwendig ist die Einführung von DocReport in bestehende Praxisabläufe?

Viele Praxen starten parallel zur bestehenden Praxissoftware: Dokumentation und Arztbriefe laufen über DocReport, die Abrechnung bleibt zunächst, wie sie ist. So können Sie in Ruhe testen, ohne gleich das gesamte System zu wechseln.

Funktioniert das auch in MVZ mit mehreren Standorten?

Ja, gerade dort spielt eine zentrale, strukturierte Dokumentation ihre Stärken aus. Mehrere Ärztinnen und Ärzte können auf einheitliche Vorlagen, KI-Workflows und ICD-10-Logik zugreifen, ohne dass jeder sein eigenes System „baut“.

Fazit: KI ist kein Luxus, sondern Entlastung

ICD-10 wird nicht einfacher werden – im Gegenteil. Leitlinien werden komplexer, Multimorbidität nimmt zu, Dokumentationspflichten steigen. Die Frage ist daher nicht, ob Sie KI nutzen, sondern wie bewusst und kontrolliert.

Wenn Sie Ihre medizinische Dokumentation bereits digitalisiert haben, ist der Schritt zur KI-Unterstützung bei ICD-10 und Arztbriefen der logische nächste Schritt. Genau hier setzt DocReport an – mit dem Ziel, Ihren Alltag und den Ihrer Patienten spürbar zu erleichtern.